Die Automobilindustrie erlebt gerade zwei gewaltige Umbrüche. Der erste führt weg vom Verbrennungsmotor, hin zu alternativen Energien. Die zweite Veränderung sind selbstfahrende Autos. Wo steht Volvo in diesem Prozess?
Die gute alte Zeit
Das Konzept des Verbrennungsmotors ist so alt wie das Auto selbst. Als die ersten Pkws über die Strassen rollten, galt dies als einziger Weg. Im Lauf der Zeit tauchten dann nur noch Fragen wie „Benzin oder Diesel?“ auf. Es war eine Zeit, die von einer gewissen „Unschuld“ geprägt war. Treibstoff war billig und Begriffe wie Umweltverschmutzung noch unbekannt. Im Lauf der Jahrzehnte änderte sich dies allmählich. Ein grosser Faktor waren die Siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts in den USA. Hatte im Jahrzehnt zuvor noch ein PS-Krieg unter den Herstellern getobt, sah man sich jetzt einem Phänomen namens Smog ausgesetzt. Die hässlichen Dunstglocken über den Städten waren eine neue Erfahrung für die Welt. Es sollte nicht lange dauern, bis die Reaktion erfolgte: Strenge Abgasvorschriften und schliesslich die Einführung von bleifreiem Benzin und Katalysatoren.
In den folgenden Jahrzehnten war das Thema Verbrauch bei Autos eher auf wirtschaftliche Fragen konzentriert. „Kann ich mir den leisten?“ bezog sich neben dem Anschaffungspreis vorrangig auf den Benzinverbrauch. Die Umwelt hingegen schien sicher zu sein. Immerhin gab es Abgasfilter und bleifreies Benzin …
Die Neuzeit und die Frage nach der Zukunft
Heute sieht die Welt viele Dinge anders. Themen wie Klimawandel, Treibhauseffekt und die Zukunft unserer Kinder nehmen eine grosse Rolle ein. Dabei wird die Thematik durch steigende Spritpreise sowie die Frage, wie lange die Ölreserven unseres Planeten noch reichen, zusätzlich befeuert. Fest steht: Die Welt ist dabei, sich vom fossilen Treibstoff abzuwenden. Neue Antriebskonzepte erfahren grosse Aufmerksamkeit. Fest steht: Benzin und Diesel stelle auf Dauer keine Lösung dar. Aber welche Alternativen haben wir?
Weist das Elektro-Auto den Weg?
Hier kommt die Elektrizität ins Spiel. Elektroautos benötigen keine fossilen Brennstoffe. Folglich blasen sie beim Betrieb auch keine Schadstoffe in die Luft. Da überrascht es nicht, dass der Elektroantrieb die grosse Hoffnung bei der Abkehr von Benzin und Diesel ist. Als die Idee aufkam, standen mehrere Hindernisse im Weg. Das Hauptproblem war die Reichweite. Während ein „Verbrenner“ während der Fahrt ständig neue Energie erzeugt, benötigen elektrische Antriebe einen Stromspeicher. Dessen Leistung entscheidet dann darüber, wie weit man fahren kann, bis der Wagen an die Steckdose muss. Dies führte zu einer Zwischenlösung, den sogenannten Hybrid-Autos. Je nach Hersteller gibt es dabei zwei Varianten:
Variante 1:
Der E-Antrieb bewegt das Auto, während ein passiv mitlaufender Benzinmotor Strom erzeugt, um die Reichweite zu erhöhen.
Variante 2:
Das Fahrzeug bewegt sich solange elektrisch, wie die Energie im Akku reicht. Danach springt der Verbrennungsmotor ein.
Das Automatik Auto – wenn der Wagen den Chaffeur ersetzt
Für das Automatik-Auto gab und gibt es zahlreiche Bezeichnungen. Dazu zählen Begriffe wie:
– Autonomes Fahren
– Selbstfahrende Autos und
– Automatik-Auto
Gerade die Bezeichnung „Selbstfahrendes Auto“ hat eine witzige Verbindung zur Vergangenheit. So wurden die ersten Pkws noch als „Selbstfahrende Pferdekutschen“ bezeichnet. Betrachtet man Bilder aus jener Zeit, wird klar, warum dies so war: Ihr Aussehen ähnelte tatsächlich einer Kutsche, bei der jemand die Pferde vergessen hatte. „Selbstfahrend“ bezog sich damals auf den Umstand, dass diese Autos sich von selbst, also ohne Pferde vorwärts bewegten. Spricht man heute vom Automatik-Auto geht es jedoch um ganz andere Dinge. Gemeint ist ein Fahrzeug, das seine Besitzer selbstständig von A nach B bringt. Möglich wird dies unter anderem durch die Koppelung mit einem Navigationssystem.
Erinnern Sie sich noch an die oft unzuverlässigen Navigationssysteme, die früher zum Einsatz kamen? Im Prinzip waren sie gut. Zumindest, bis irgendwo eine Strasse umgebaut wurde, und das System die Welt nicht mehr verstand. Die leistungsstarken Modelle der Gegenwart gehen dies anders an: Sie nutzen eine Satellitenverbindung, um:
– stets aktuelle Daten zur Route zu besitzen
– die Position des Autos in Echtzeit bestimmen zu können
Das berühmteste Navigationssystem stammt von Google. Sie kennen es vermutlich von Ihrem Smartphone. Ebenso finden Sie es, wenn Sie im Internet Google-Maps aufrufen. Volvo setzt auf den neuen „Goldstandard“ der Navigation und integriert die Navi-Dienste von Google ins Auto. Nun weiss der Wagen also, wo wir sind, wo wir hinwollen und wie die Route dorthin aussieht. Das reicht allerdings nicht aus.
Wer achtet auf den Verkehr?
Wir kennen die Situation im Strassenverkehr: Ein Auto vor uns bremst ab. Ein Reh läuft über die Strasse. Vielleicht hat ein Sturm Äste auf die Fahrbahn geworfen. Dann gibt es rote Ampeln, an denen wir warten müssen. Es ist wirklich viel los auf den Strassen, weshalb ein selbstfahrendes Auto all dies berücksichtigen muss, um kein Chaos zu verursachen.
Wer die Entwicklung von Volvo aufmerksam beobachtet hat, wird feststellen, dass bereits früh Schritte in diese Richtung unternommen wurden. So hat der schwedische Hersteller emsig an Verbesserungen seiner Fahr-Assistenz-Systeme gearbeitet. Aktueller Stand sind zahlreiche Kameras und Sensoren, die die Umgebung abtasten. Sicher, diese dienen vorrangig der Unterstützung der Person am Steuer. Ein elektronischer Chaffeur könnte aber ebenso auf die Daten dieser Systeme zugreifen. Wobei dieser, im Gegensatz zum Menschen, keine „Schrecksekunde“ benötigt, um zu reagieren. So wird es möglich, andere Fahrzeuge, Tiere, Ampeln, Schilder und mehr zu erkennen und entsprechend zu reagieren. All dies ist keine Zukunftsmusik, sondern Stand heute bei Volvo. Tatsächlich ist autonomes Fahren mit angekündigten Modellen jederzeit möglich! Werden wir uns nächstes Jahr genüsslich auf dem Rücksitz „lümmeln“, während unser Volvo-Elektro uns von der Arbeit heimfährt? Prinzipiell wäre dies möglich. Dem steht allerdings ein Problem gegenüber, das derzeit kein Autohersteller lösen kann:
Das Automatik-Auto und die Gesetze
Die Überlegung ist ganz einfach: Wenn ein Auto selbstständig durch den Verkehr navigiert, wer haftet dann für Unfälle, die es (evtl.) verursacht? Bei einem menschlichen Fahrer ist dies auf den ersten Blick ganz einfach: Er rammt ein anderes Fahrzeug, also muss er für den Schaden haften. Wie soll die Sache bei einem selbstfahrenden Auto behandelt werden? Ist er der Fahrzeughersteller, weil er das Auto gebaut hat? Ist es das Unternehmen, dass die Software für das autonome Fahren liefert? Man könnte (situationsabhängig) auch den Erfinder der Umgebungssensoren haftbar machen … Ausser, der Fahrzeugbesitzer hat den letzten Service-Termin übersehen. In dem Fall wäre der Defekt am Sensor bemerkt worden …. Wobei: Die Warnlampe für den Sensor hat nicht reagiert, also doch der Autohersteller selbst? Oder hat der Lieferant der Warnlampe fünf Jahre Garantie gegeben, das Fahrzeug ist aber erst vier Jahre alt?
Wir begeben uns hier in einen Dschungel. Manchen mögen diese Überlegungen übertrieben erscheinen. Vielleicht sind sie das auch. Andererseits hat die Erfahrung schon oft gezeigt, dass gerade Situationen, die versicherungsrechtlich nicht eindeutig sind, schnell zu einem unüberschaubaren Wirrwarr führen.
Hinzu kommt, dass die rechtlichen Grundlagen für die Haftung im Strassenverkehr nicht in allen Ländern gleich sind. So spielt in manchen Ländern das Prinzip der Gefährdungshaftung eine grosse Rolle. Übersetzt: Sobald ein Auto sich bewegt, stellt es eine (potenzielle) Gefährdung für seine Umgebung dar. Es ist einer der Gründe, warum Besitzer mehrerer Autos auch mehrfach Versicherung bezahlen müssen: Jedes weitere Auto stellt eine „Gefährdung“ dar. In den USA wiederum betrachtet man nicht das Auto, sondern den Fahrer als potenzielle Gefahr. Wer dort fünf Autos besitzt, muss trotzdem nur für eines Versicherung bezahlen. Er kann ja immer nur in einem fahren …
Der aktuelle Stand
Zusammengefasst kann man sagen, dass selbstfahrende Autos keine Utopie mehr sind. Bevor Sie Ihrem Volvo das Steuer überlassen, muss das jeweilige Land aber noch eine gesetzliche Grundlage für Automatik-Autos schaffen. Sobald dies geschafft ist, können die Autoversicherer darauf zugreifen, um entsprechende Produkte an den Start zu bringen. Dieser Prozess hat bereits begonnen. Dabei wird zwischen verschiedenen Stufen des autonomen Fahrens unterschieden. So bedeutet „Level 3“, dass das Fahrzeug in Staus und auf der Autobahn das Ruder übernehmen darf“. In der Praxis werden die einzelnen Länder wohl individuelle Regelungen finden, bis zu welchem Level selbstfahrende Autos versicherbar und somit „erlaubt“ sind.
Volvo Elektro und Automatikautos
Volvo hat früh mit der Arbeit an Elektro-Autos begonnen. Ein Umstand, von dem sowohl der Hersteller als auch seine Kunden profitieren. Ein gutes Beispiel dafür ist der Volvo XC40. Er ist sowohl hybrid wie auch elektrisch erhältlich. In der rein elektrischen Variante besitzt der Wagen eine Reichweite von rund 420 Kilometer. Das eingebaute Google-Navigationssystem „spürt unterwegs Ladestationen auf“, sodass keine Gefahr besteht, dass der Wagen zwecks leerer Batterie stehen bleibt. Dabei gilt eine Ladezeit von rund 10 Minuten für eine Reichweite von 100 Kilometern. Wird der Volvo XC40 zuhause geladen, hängt die Wartezeit vom verwendeten Equipment ab. Mit einer 3-Phasen-Wallbox dauert ein kompletter Ladevorgang (also bei leerer Batterie) 7 – 8 Stunden. Dies würde einer Reichweite von 50 – 60 Kilometer pro Stunde entsprechen. Vom Aufladen über gewöhnliche Steckdosen ist abzuraten, da die Wartezeit einfach zu hoch ist (40 – 72 Stunden / 7 – 14 Kilometer pro Stunde bei leerer Batterie).
Der Begriff Volvo Elektro steht seit 2022 in enger Verbindung mit autonomen Fahren. Es ist das Jahr, indem die ersten selbstfahrenden Volvos vom Band laufen. Der sogenannte „Ride Pilot“ ermöglicht autonomes Fahren bis zum oben erwähnten Level 3, also auf Autobahnen und im Stau. Der schwedische Hersteller hat angekündigt, dabei die Verantwortung für das Auto zu übernehmen. Es ist ein grosser Schritt nach vorne, der auch zeigt, welches Vertrauen Volvo in seine Fahrzeuge setzt. Nicht ohne Grund: die verwendete Technologie stammt von der Firma Luminar und umfasst 16 Ultraschallsenroren, acht Kameras sowie fünf Radarsysteme. Diese überwachen und erfassen die Umgebung und stellen sicher, dass der Wagen jederzeit über seine Umgebung „Bescheid weiss“. Der Traum vom Auto, das seinen Besitzer jederzeit sicher in die Arbeit oder nach Hause bringt, ist damit ein grosses Stück näher gerückt. Der Übergang in die Zukunft hat begonnen!
Zum Schluss:
Die Begriffe Elektro-Auto und Automatik-Auto sind eng miteinander verbunden. Das bedeutet nicht, dass sie identisch sind. So werden sich Volvo Elektro Autos auch künftig den Fahrer nicht „auf die Ersatzbank befördern“. Wenn Sie Ihren Volvo selbst fahren möchten, wird dies jederzeit möglich sein. Volvo Elektro steht für Umweltschutz, ein Maximum an Komfort und Sicherheit sowie maximalen Fahrgenuss. Wie Sie den letzten Punkt definieren (selbst fahren oder das Auto „ans Lenkrad lassen“) bleibt selbstverständlich trotz aller Fortschritte Ihre Entscheidung. Wir wünschen gute Fahrt und viel Freude an Ihrem Volvo!




















